Das LMU Lateinamerika Netzwerk lädt zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion ein, um die vielschichtigen Perspektiven auf das EU-Mercosur-Abkommen aus Sicht von Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zu beleuchten.
Am 17. Januar 2026 unterzeichnete EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Asunción das Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Damit entstünde die größte Freihandelszone der Welt, die mit über 700 Millionen Menschen etwa zehn Prozent der Weltbevölkerung umfasst und ein Fünftel der globalen Wirtschaftsleistung repräsentiert.
Allerdings sieht sich das Projekt unmittelbar nach der Unterzeichnung neuen Herausforderungen ausgesetzt: Welche Wirkung wird die Marktöffnung auf den europäischen Binnenmarkt haben? Was bedeutet der erleichterte Import landwirtschaftlicher Güter für die Agrarindustrie in Europa? Wie lassen sich etablierte Standards für Nachhaltigkeit und Verbraucherschutz in einer interkontinentalen Handelszone dauerhaft sichern? Welche Bedeutung gewinnt die EU für die zukünftige wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung in Lateinamerika? Welche geopolitischen und sozio-ökonomischen Veränderungen gehen insgesamt für die Region Lateinamerika von diesem Abkommen aus?
Die Veranstaltung bietet ein Forum, um diese Fragen abzuwägen und Chancen sowie Risiken für Europa und eine stabile globale Wirtschaftsordnung inmitten geopolitischer Neuordnungen aufzuzeigen.
Panelist*innen
Prof. Dr. Lisandra Flach, Leiterin des ifo Zentrums für Außenwirtschaft & Professorin für Volkswirtschaftslehre, LMU München
Prof. Dr. Johannes Glückler, Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographien der Zukunft und Leiter der Abteilung Wirtschaftsgeographie, LMU München
Mar-Lizette Malherbe, Munich Re, Mitglied des Vorstands Verantwortungsbereich Life & Health
Dr. Bettina Rudloff, Stiftung Wissenschaft und Politik
Isabella Timm-Guri, Bayerischer Bauernverband, Direktorin Fachbereich Erzeugung und Vermarktung
Moderation
Prof. Dr. Benjamin Loy, Professor für Romanische Philologie/Lateinamerika Netzwerk, LMU München
Das LMU Lateinamerika Netzwerk verbindet Forschende der Ludwig-Maximilians-Universität München, die sich disziplinübergreifend für die wissenschaftliche Kooperation mit Lateinamerika in den Bereichen Forschung, Lehre und Transfer einsetzen.
Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt. Weitere Informationen und den Link zur Anmeldung finden Sie auf der Amerikahaus Website.